Glossar

Begriffe, die im Alltag der Portfolio-Analyse auftauchen, in je zwei Sätzen. Begriffe mit eigener Seite sind verlinkt.

Risiko & Verlust

Volatilität
Schwankungsbreite eines Depots in Prozent pro Jahr, gemessen als annualisierte Standardabweichung der Tagesrenditen. Sagt nichts über die Richtung. Weiterlesen
Maximum Drawdown
Tiefster Rückgang vom Höchststand zum darauffolgenden Tiefpunkt innerhalb eines Zeitraums. Weiterlesen
Drawdown-Erholung
Das Datum, an dem ein Depot nach dem tiefsten Einbruch den alten Höchststand wieder erreicht hat. „Noch nicht erholt" heißt, der Verlust ist bis heute nicht aufgeholt.
Value at Risk (VaR)
Verlustschwelle, die an 95 von 100 Handelstagen (VaR 95 %) nicht überschritten wird. Der VaR 99 % beschreibt die selteneren, härteren Tage und liegt deshalb höher. Weiterlesen
Conditional Value at Risk (CVaR)
Durchschnittlicher Verlust an genau den Tagen, die der VaR ausklammert. Liegt immer über dem VaR und zeigt ehrlicher, wie teuer schlechte Tage werden.
Parametrischer VaR
VaR, der nicht aus den echten Handelstagen abgelesen, sondern aus einer Normalverteilung abgeleitet wird. Weicht er stark vom historischen VaR ab, hatte die reale Historie mehr Extremtage als die Theorie erwartet.
Schiefe
Ob die Überraschungen eher gut oder schlecht ausfallen. Negativ heißt seltene, aber heftige Verlusttage, typisch für Aktien. Positiv heißt, die Ausreißer sind eher große Gewinntage.
Kurtosis
Wie oft es richtig extrem wird. Ein hoher Wert heißt, heftige Crash- oder Rally-Tage kommen häufiger vor, als eine Glockenkurve vermuten ließe.
Resilienz-Score
Note von 0 bis 100 aus durchgespielten Krisenszenarien. Hoch heißt kleinere Verluste und schnellere Erholung. Über 70 gilt als widerstandsfähig, unter 40 als anfällig. Weiterlesen

Risikoadjustierte Kennzahlen

Sharpe Ratio
Rendite über dem risikofreien Zins je Einheit Gesamtschwankung. Über 1 gilt als gut. Weiterlesen
Sortino Ratio
Wie die Sharpe Ratio, zählt im Nenner aber nur die Abwärts-Schwankung. Weiterlesen
Calmar Ratio
Rendite p. a. geteilt durch den Maximum Drawdown: wie viel Jahresrendite je Prozentpunkt des schlimmsten Einbruchs. Über 1 heißt, die Jahresrendite war größer als der tiefste Absturz.

Rendite richtig messen

Rendite p. a. (CAGR)
Die Gesamtrendite geometrisch auf ein durchschnittliches Jahr umgerechnet. Nur so lassen sich unterschiedlich lange Zeiträume fair vergleichen. Weiterlesen
Zeitgewichtete Rendite (TWR)
Misst die Qualität der Anlage unabhängig davon, wann eingezahlt wurde. Gegenstück ist die geldgewichtete Rendite, die das Timing der Zahlungen mitbewertet. Weiterlesen

Benchmark & Faktoren

Information Ratio
Mehrrendite gegenüber dem Benchmark im Verhältnis zum Tracking Error. Beantwortet, ob sich das Abweichen vom Index gelohnt hat. Über 0,5 gilt als gut.
Tracking Error
Wie eng ein Depot dem Benchmark folgt. Unter etwa 2 % läuft es fast wie der Index, über etwa 6 % geht es deutlich eigene Wege. Weder gut noch schlecht.
Anteil der eigenen Wertentwicklung, der sich durch den Benchmark erklären lässt, von 0 bis 1. Ist R² niedrig, sind Beta und Alpha mit Vorsicht zu lesen.
Korrelation
Wie gleichläufig sich zwei Wertreihen bewegen, von −1 bis +1. Sagt nichts darüber, wie stark die Ausschläge sind, nur wie oft beide gemeinsam steigen oder fallen. Weiterlesen
Up Capture
Anteil der Benchmark-Gewinne, den ein Depot in steigenden Phasen mitnimmt. 100 % heißt voll dabei, 70 % heißt, ein Teil bleibt liegen.
Down Capture
Anteil der Benchmark-Verluste, den ein Depot in fallenden Phasen mitmacht. 80 % heißt, ein Fünftel wurde abgefedert. Hier ist niedriger besser.
Trefferquote
Anteil der Handelstage, die im Plus schließen. Über 50 % ist erfreulich, sagt aber nichts über die Höhe: wenige große Verlusttage fressen viele kleine Gewinntage auf.
Faktorprämie
Was ein Faktor im Zeitraum durchschnittlich pro Jahr eingebracht hat, bereits auf das eigene Depot umgerechnet.
Residual-Volatilität
Der unerklärte Rest der Schwankung, den weder Markt noch bekannte Faktoren abdecken. Hoch heißt, es steckt viel Portfolio-Eigenes oder Zufall drin.
Multikollinearität (VIF)
Maß dafür, wie stark sich Faktoren gegenseitig überlappen. Ab einem VIF von 5 sind die Betas einzelner Faktoren nicht mehr sauber trennbar.
Freiheitsgrade
Gemeinsame Monate minus Anzahl der Faktoren. Wenige Freiheitsgrade bedeuten eine dünne Datenbasis, die Zahlen können dann eher zufällig gut oder schlecht aussehen.
Beta
Wie stark ein Depot die Bewegungen seines Vergleichsindex mitmacht. 1,0 bedeutet Gleichschritt, unter 1 defensiver, über 1 kräftiger in beide Richtungen. Weiterlesen
Alpha
Der Teil der Rendite, den die Marktbewegung nicht erklärt. Ohne t-Wert nicht von Zufall zu unterscheiden; bei den meisten Depots liegt Alpha nahe null. Weiterlesen
Faktor-Investing
Wiederkehrende Muster wie Size, Value oder Momentum, die Renditeunterschiede zwischen Aktien erklären. Eine Regression zerlegt ein Depot in diese Bausteine. Weiterlesen

Modelle & Simulation

Constant Mix
Strategie, die die Zielgewichte durch regelmäßiges Rebalancing konstant hält. Grundlage der Backtest-Simulationen, nicht der realen Handelshistorie. Weiterlesen
Monte-Carlo-Simulation
Spielt tausende mögliche Kursverläufe durch und liefert statt einer Zahl eine Bandbreite. Der Median ist der mittlere Ausgang, keine Prognose. Weiterlesen

Dieser Text dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung dar. Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Entwicklungen zu.