Risiko & Verlust

Volatilität

Die Volatilität misst, wie stark der Wert eines Portfolios um seinen Mittelwert schwankt, angegeben in Prozent pro Jahr. Sie sagt nichts über die Richtung: Ein Depot, das nur steigt, kann hochvolatil sein. Unter 10 % gilt als ruhig, reine Aktiendepots liegen meist bei 15 bis 20 %.

Wie unruhig ist dein Depot?16,0% p. a.
Ruhig
Typisch für Depots mit hohem Anleihen- oder Tagesgeldanteil. Der Kurswert bewegt sich in engen Bahnen, dafür ist die langfristige Renditeerwartung niedriger.
Gemischt
Der übliche Bereich für Mischdepots aus Aktien und Anleihen. Rücksetzer sind spürbar, aber selten dramatisch.
Aktientypisch
Hier liegen breit gestreute Aktiendepots und Welt-ETFs. Einzelne Jahre mit zweistelligen Rücksetzern gehören dazu.
Deutlich erhöht
Üblich bei Einzelaktien, Branchenwetten, Krypto oder gehebelten Produkten. Prüfe, ob wenige Positionen den Wert treiben.

So wird gerechnet

σ[p. a.] = Standardabweichung( Tagesrenditen ) × √252

Die Tagesrenditen eines Depots streuen mit einer Standardabweichung von 1,0 % um ihren Mittelwert. Ein Handelsjahr hat rund 252 Tage, und Schwankung wächst mit der Wurzel der Zeit.

Streuung je Tag
1,0 %
Handelstage
252
Wurzel daraus
15,87
Volatilität p. a.
15,9 %

Was die Zahl nicht sagt

  • Sie kennt keine Richtung. Aufwärts- und Abwärtsbewegungen zählen gleich. Ein Depot mit einer starken Rally bekommt dieselbe Volatilität wie eines mit einem Absturz gleicher Größe.
  • Sie unterschätzt Extremtage. Die Standardabweichung stammt aus der Glockenkurve. Reale Märkte produzieren mehr Crash- und Rallytage, als diese Annahme vorsieht. Wie tief es an solchen Tagen geht, zeigt erst der Value at Risk.
  • Sie hängt am Zeitfenster. Ein Fenster, das den März 2020 enthält, liefert eine deutlich höhere Volatilität als eines, das kurz davor endet. Vergleiche nur Werte über denselben Zeitraum.
  • Sie ist keine Verlustgröße. 16 % Volatilität bedeuten nicht, dass ein Verlust von 16 % droht. Für die Frage, wie viel Rückschlag tatsächlich auszuhalten war, ist der Maximum Drawdown die passende Zahl.

Verwandte Kennzahlen

So rechnet Evergrova

Die Volatilität deines Depots steht im Kennzahlenband der Seite Performance & Risiko. Ein rollierendes Diagramm zeigt zusätzlich, wie sie sich über die Zeit verändert hat.

Datenbasis: Standardabweichung der täglichen Renditen im gewählten Zeitfenster, mit √252 annualisiert.

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Häufige Fragen

Was ist eine gute Volatilität?

Es gibt keine gute Volatilität, nur eine passende. Sie ist der Preis für die erwartete Rendite: Wer 15 bis 20 % Schwankung nicht aushält, bekommt langfristig auch nicht die Rendite eines Aktiendepots. Entscheidend ist, ob du den Verlauf durchhältst.

Warum ist meine Volatilität höher als die des MSCI World?

Meist wegen Konzentration. Wenige große Positionen, eine Branchen- oder Länderwette oder Krypto-Anteile treiben den Wert nach oben. Ein Blick auf die Korrelation der Positionen untereinander zeigt, woher die Schwankung kommt.

Warum wird mit 252 gerechnet und nicht mit 365?

Weil Börsen an Wochenenden und Feiertagen geschlossen sind. Ein Jahr hat rund 252 Handelstage, und nur an denen entstehen Kursbewegungen.

Zuletzt geprüft: 2026-08-08

Dieser Text dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung dar. Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Entwicklungen zu.