Beta
Beta misst, wie stark ein Depot die Bewegungen seines Vergleichsindex mitmacht. Bei 1,0 läuft es im Gleichschritt, bei 0,5 nur halb so stark, bei 1,3 um ein Drittel kräftiger, in beide Richtungen. Es beschreibt die Empfindlichkeit, nicht die Qualität.
- Deutlich defensiver
- Das Depot macht Marktbewegungen nur gedämpft mit. Typisch bei hohem Anleihen-, Gold- oder Geldmarktanteil. In Aufschwüngen bleibt entsprechend etwas liegen.
- Etwas defensiver
- Leicht ruhiger als der Index. Oft bei Depots mit Schwerpunkt auf dividendenstarken oder schwankungsarmen Titeln.
- Marktnah
- Das Depot bewegt sich praktisch wie der Index. Der Normalfall für breit gestreute Aktienportfolios gegen einen passenden Vergleichsindex.
- Offensiver
- Ausschläge fallen kräftiger aus als am Markt, nach oben wie nach unten. Häufig bei Technologie-, Small-Cap- oder Krypto-Schwerpunkten.
So wird gerechnet
β = Kovarianz( Portfolio, Benchmark ) / Varianz( Benchmark )
Ein Beta von 1,3 bedeutet nicht „30 % mehr Rendite", sondern 30 % kräftigere Ausschläge. Das wirkt in beide Richtungen, und die Verlustseite wiegt schwerer, weil ein Rückgang prozentual mehr Erholung braucht.
- Index +10 %
- +13 %
- Index −10 %
- −13 %
- Index −20 %
- −26 %
- Beta
- 1,30
Was die Zahl nicht sagt
- Ohne R² ist Beta wertlos. Beta setzt voraus, dass sich das Depot überhaupt am Index orientiert. Liegt R² unter etwa 0,5, erklärt der Index weniger als die Hälfte der Bewegung, und das Beta beschreibt einen Zusammenhang, den es kaum gibt.
- Der falsche Index liefert die falsche Zahl. Ein Depot aus deutschen Nebenwerten gegen den MSCI World gemessen ergibt ein Beta, das vor allem den Währungs- und Regionsunterschied abbildet. Der Vergleichsindex muss zum Depot passen.
- Es unterstellt eine gerade Linie. Beta ist ein einziger Wert für Aufwärts- und Abwärtsphasen. Ob ein Depot in Crashs stärker mitfällt als es in Rallys mitsteigt, zeigt erst der Vergleich von Up Capture und Down Capture.
- Es ist nicht stabil. Beta ändert sich mit dem Zeitfenster und der Marktphase. Ein über drei Jahre gemessener Wert von 1,1 kann im nächsten Jahr bei 0,8 liegen, ohne dass sich am Depot etwas geändert hat.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Beta steht im Kennzahlenband von Performance & Risiko, zusammen mit Alpha und dem gewählten Vergleichsindex. Der Detailbereich ergänzt Korrelation, R² sowie Up und Down Capture, die zeigen, ob die Empfindlichkeit in beide Richtungen gleich ist.
Berechnung: Kovarianz geteilt durch Varianz der täglichen Renditen von Portfolio und Benchmark im gemeinsamen Zeitfenster.
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Ist ein niedriges Beta besser?
Nein, es ist anders. Ein niedriges Beta dämpft Rücksetzer und Aufschwünge gleichermaßen. Ob das passt, hängt allein davon ab, welche Schwankung du über deinen Anlagehorizont durchhalten willst.
Was bedeutet ein Beta über 1?
Dass dein Depot kräftiger schwankt als der Vergleichsindex. Bei 1,3 und einem Indexrückgang von 20 % läge der rechnerische Verlust bei 26 %. Das ist eine Empfindlichkeitsangabe, keine Renditeerwartung.
Beta oder Volatilität?
Volatilität misst die gesamte Schwankung eines Depots für sich allein. Beta misst nur den Teil, der aus dem Markt kommt. Ein Depot kann hohe Volatilität und niedriges Beta haben, wenn seine Bewegung überwiegend eigenständig ist.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08