Maximum Drawdown
Der Maximum Drawdown ist der tiefste Rückgang vom Höchststand zum darauffolgenden Tiefpunkt innerhalb eines Zeitraums. Bei −30 % wurden aus 10.000 € zwischenzeitlich 7.000 €. Er beantwortet die Frage, wie viel Rückschlag man in der Vergangenheit tatsächlich aushalten musste.
- Krisenniveau
- In dieser Größenordnung lagen breite Aktienmärkte in der Finanzkrise 2008. Die Erholung dauerte damals je nach Markt vier bis sechs Jahre.
- Schwerer Einbruch
- Typisch für ein reines Aktiendepot in einem echten Bärenmarkt. Wer hier verkauft hat, hat den Verlust festgeschrieben.
- Normale Korrektur
- Rücksetzer dieser Größe kommen an Aktienmärkten etwa alle drei bis fünf Jahre vor und gehören zum langfristigen Verlauf dazu.
- Milder Verlauf
- Entweder ein defensives Depot oder ein kurzes Zeitfenster ohne Krise. Prüfe, ob der Zeitraum überhaupt einen Rücksetzer enthält.
So wird gerechnet
Max. Drawdown = min( ( Wert[t] − Höchststand[bis t] ) / Höchststand[bis t] )
Ein Depot erreicht im Januar seinen Höchststand von 42.000 €, fällt bis Oktober auf 30.200 € und steigt danach wieder. Der Drawdown misst genau diese Strecke.
- Höchststand
- 42.000 €
- Tiefpunkt
- 30.200 €
- Differenz
- 11.800 €
- Max. Drawdown
- −28,1 %
Was die Zahl nicht sagt
- Sie ist ein einzelnes Ereignis, kein Durchschnitt. Der Wert stammt aus genau einer Phase im Zeitraum. Ob es zehn kleinere Rücksetzer gab oder nur diesen einen, geht daraus nicht hervor.
- Sie sagt nichts über die Dauer. Ein Einbruch von 30 %, der nach vier Monaten aufgeholt ist, fühlt sich völlig anders an als derselbe Einbruch mit fünf Jahren Durststrecke. Dafür gibt es die Erholungsdauer als eigene Angabe.
- Sie wächst mit dem Zeitfenster. Je länger der betrachtete Zeitraum, desto wahrscheinlicher enthält er eine Krise. Ein Drawdown über drei Jahre ist mit einem über zwanzig Jahre nicht vergleichbar.
- Sie ist keine Untergrenze. Der schlimmste Einbruch der Vergangenheit ist keine Zusage dafür, dass es nicht schlimmer kommt. Für hypothetische Krisen ist der Stress-Test das passende Werkzeug.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Auf der Seite Performance & Risiko steht neben dem Maximum Drawdown auch das Datum, an dem dein Depot den alten Höchststand wieder erreicht hat. Steht dort „Noch nicht erholt", läuft die Durststrecke bis heute.
Datenbasis: täglicher Portfolio-Wertverlauf im gewählten Zeitfenster.
Demo-Depot ansehenHäufige Fragen
Wie hoch war der Maximum Drawdown des MSCI World?
In der Finanzkrise fiel der Index in Euro gerechnet um gut 50 % vom Hoch Ende 2007 bis zum Tief im März 2009. Im COVID-Crash 2020 waren es rund 34 % innerhalb weniger Wochen, aufgeholt bereits im selben Jahr.
Was bedeutet „noch nicht erholt"?
Dass dein Depot den Höchststand vor dem tiefsten Einbruch bis heute nicht wieder erreicht hat. Der Drawdown läuft also noch. Das ist eine Feststellung zum Kursverlauf, kein Handlungssignal.
Drawdown oder Volatilität, was ist wichtiger?
Beide beschreiben verschiedene Dinge. Volatilität misst die alltägliche Unruhe, der Drawdown den Ernstfall. Für die Frage, ob man einen Verlauf durchhält, ist der Drawdown meist die aussagekräftigere Zahl.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08