Value at Risk und CVaR
Der Value at Risk beziffert, wie schlimm ein normaler schlechter Tag ausfällt. Bei einem VaR 95 % von 2 % bleibt der Tagesverlust an 95 von 100 Handelstagen unter 2 %. Was an den übrigen 5 % passiert, sagt er nicht. Dafür gibt es den CVaR.
- Ruhiges Profil
- Typisch für Depots mit hohem Anleihen- oder Geldmarktanteil. Bei 10.000 € Depotwert entspricht das weniger als 100 € an einem schlechten Tag.
- Mischdepot
- Der übliche Bereich für Portfolios aus Aktien und Anleihen. Bei 10.000 € sind das 100 bis 200 € an einem schlechten Tag.
- Aktientypisch
- Breit gestreute Aktiendepots liegen hier. An etwa einem von zwanzig Handelstagen fällt der Verlust höher aus als dieser Wert.
- Deutlich erhöht
- Üblich bei Einzelaktien, Krypto oder gehebelten Produkten. Prüfe, ob wenige Positionen den Wert treiben und wie hoch der zugehörige CVaR liegt.
So wird gerechnet
VaR 95 % = 5. Perzentil der täglichen Renditen (historisch)
Ein Depot hat 500 Handelstage Historie. Sortiert man alle Tagesrenditen der Größe nach, liegen 25 Tage unter dem 5. Perzentil. Der Wert an dieser Grenze ist der VaR.
- Handelstage
- 500
- Schlechteste 5 %
- 25 Tage
- Wert an der Grenze
- −1,9 %
- VaR 95 %
- 1,9 %
Was die Zahl nicht sagt
- Sie beschreibt genau die Tage nicht, die wehtun. Der VaR ist eine Schwelle, kein Erwartungswert. Ob hinter den schlimmsten 5 % ein Verlust von 3 % oder von 25 % steckt, bleibt offen. Genau diese Lücke schließt der CVaR, der Durchschnitt jener Tage. Er liegt deshalb immer über dem VaR.
- Der parametrische VaR beschönigt. Wird der Wert aus einer Normalverteilung abgeleitet statt aus echten Handelstagen, fällt er in ruhigen Phasen zu niedrig aus. Weichen historischer und parametrischer VaR stark voneinander ab, hatte deine Historie mehr Extremtage als die Theorie erwartet.
- Ein Tag ist nicht ein Monat. Ein Tages-VaR lässt sich nicht einfach hochskalieren. Verluste häufen sich in Krisen, statt sich gleichmäßig zu verteilen. Für längere Horizonte braucht es einen eigens berechneten Monats-VaR.
- Er kennt nur die Vergangenheit. Ein Zeitfenster ohne Krise liefert einen harmlosen VaR. Das ist eine Aussage über das Fenster, nicht über das Portfolio.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Performance & Risiko zeigt VaR 95 % und CVaR 95 % im Kennzahlenband, VaR 99 %, CVaR 99 % und die parametrische Variante im Detailbereich. Der Stress-Test ergänzt einen Monats-VaR.
Datenbasis: historisches Quantil der täglichen Renditen im gewählten Zeitfenster, Horizont 1 Handelstag.
Demo-Depot ansehenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen VaR 95 % und VaR 99 %?
Beide beantworten dieselbe Frage mit unterschiedlicher Strenge. Der VaR 95 % beschreibt den schlechtesten von zwanzig Tagen, der VaR 99 % den schlechtesten von hundert. Der 99er liegt deshalb immer höher und trifft statistisch zwei bis drei Tage im Jahr.
Warum ist der CVaR immer größer als der VaR?
Weil er den Durchschnitt genau jener Tage bildet, die jenseits der VaR-Schwelle liegen. Ein Durchschnitt von Werten, die alle über einer Grenze liegen, muss über dieser Grenze liegen.
Kann ich mit dem VaR meinen maximalen Verlust abschätzen?
Nein. Der VaR ist eine Tagesgröße mit einer Wahrscheinlichkeit, keine Obergrenze. Für die Frage, wie tief ein Depot in einer echten Krise gefallen ist, ist der Maximum Drawdown die passende Zahl.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08