Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio misst, wie viel Rendite ein Portfolio je Einheit Schwankung erwirtschaftet hat. Sie zieht zuerst den risikofreien Zins ab und teilt den Rest durch die Volatilität. Werte über 1 gelten als gut, unter 0 hat sich das eingegangene Risiko rechnerisch nicht ausgezahlt. Sie ist eine Rückschau, keine Prognose.
- Unter null
- Die Rendite lag im betrachteten Zeitraum unter dem risikofreien Zins. Über kurze Fenster mit einer Korrektur ist das nicht ungewöhnlich und sagt wenig über die Qualität des Portfolios aus.
- Unauffällig
- Rendite und Schwankung halten sich ungefähr die Waage. In diesem Bereich landen die meisten breit gestreuten Depots über lange Zeiträume.
- Gilt als gut
- Spürbar mehr Rendite als Schwankung. Die Schwelle „über 1" stammt aus der Fondsbewertung und ist eine Konvention, kein Zielwert.
- Gilt als sehr gut
- Über lange Zeiträume selten. Werte in dieser Höhe halten meist nur wenige Jahre, oder das Zeitfenster ist zu kurz für eine belastbare Aussage.
So wird gerechnet
Sharpe = ( R[Portfolio] − R[risikofrei] ) / σ[Portfolio]
Ein Beispiel mit unspektakulären Zahlen: Ein Depot hat über fünf Jahre 7,2 % pro Jahr gemacht, der kurzfristige Geldmarktzins lag bei 2,4 %, die Volatilität bei 12,8 %.
- Rendite p. a.
- 7,2 %
- Risikofrei
- 2,4 %
- Volatilität p. a.
- 12,8 %
- Sharpe
- 0,38
Was die Zahl nicht sagt
- Sie bestraft Aufwärts-Ausschläge genauso wie Abwärts-Ausschläge. Ein Depot mit vielen starken Gewinnmonaten bekommt dafür eine schlechtere Sharpe Ratio, obwohl diese Art von Schwankung niemanden stört.
- Sie unterstellt normalverteilte Renditen. Reale Märkte haben mehr Extremtage, als die Glockenkurve erwartet. Bei Portfolios mit ausgeprägten Rändern fällt die Sharpe Ratio zu freundlich aus.
- Sie hängt am risikofreien Zins. Dieselben 7,2 % Rendite ergeben bei 0,5 % Geldmarktzins eine Sharpe von 0,52 und bei 4 % nur noch 0,25, ohne dass sich am Depot irgendetwas geändert hätte.
- Kurze Zeiträume sind Zufall. Unter etwa drei Jahren schwankt der Wert so stark, dass er eher die Periode beschreibt als das Portfolio.
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So rechnet Evergrova
Auf der Seite Performance & Risiko steht die Sharpe Ratio deines Depots im Kennzahlenband, zusammen mit Sortino, Volatilität und Max. Drawdown über denselben Zeitraum.
Datenbasis: tägliche Renditen im gewählten Zeitfenster, annualisiert mit 252 Handelstagen; risikofreier Satz = kurzfristiger Geldmarktzins.
Demo-Depot ansehenHäufige Fragen
Was ist eine gute Sharpe Ratio?
Als Konvention gilt: über 1 gut, über 2 sehr gut. Diese Schwellen stammen aus der Fondsbewertung und sind keine Zielvorgabe. Ein breit gestreutes Aktiendepot liegt über lange Zeiträume meist zwischen 0,3 und 0,6. Werte über 2 halten selten länger als ein paar Jahre.
Warum ist meine Sharpe Ratio negativ?
Weil die Rendite im betrachteten Zeitraum unter dem risikofreien Zins lag. Bei Fenstern, die eine Korrektur enthalten, ist das normal. Prüfe denselben Wert über einen längeren Zeitraum, bevor du daraus etwas ableitest.
Sharpe oder Sortino, welche Zahl zählt?
Beide messen dasselbe Verhältnis, nur mit unterschiedlichem Risikobegriff. Sharpe nimmt jede Schwankung, Sortino nur die nach unten. Liegen beide weit auseinander, hatte das Depot viele starke Aufwärtsmonate.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08