Korrelation und Diversifikation
Die Korrelation misst, wie gleichläufig sich zwei Anlagen bewegen, auf einer Skala von −1 bis +1. Diversifikation entsteht nicht durch viele Positionen, sondern durch niedrig korrelierte. Zwanzig Technologieaktien mit Korrelationen um 0,8 sind ein einziges Risiko in zwanzig Zeilen.
- Gegenläufig
- Die eine Anlage steigt tendenziell, wenn die andere fällt. Selten und wertvoll, aber meist erkauft mit niedrigerer Renditeerwartung.
- Weitgehend unabhängig
- Hier liegt der eigentliche Diversifikationseffekt. Die Gesamtschwankung des Depots fällt spürbar unter den Durchschnitt der Einzelschwankungen.
- Teilweise gleichläufig
- Ein Rest Streuungseffekt bleibt. Typisch für Aktien verschiedener Regionen oder Branchen innerhalb desselben Marktumfelds.
- Praktisch dasselbe Risiko
- Die Positionen bewegen sich fast im Gleichschritt. Mehr Zeilen im Depot bedeuten hier keine zusätzliche Streuung.
So wird gerechnet
ρ(A,B) = Kovarianz(A,B) / ( σ[A] × σ[B] )
Zwei Depots mit je 16 % Volatilität werden hälftig gemischt. Wie stark die Gesamtschwankung sinkt, hängt allein an der Korrelation.
- Bei ρ = 1,0
- 16,0 %
- Bei ρ = 0,7
- 14,8 %
- Bei ρ = 0,3
- 12,9 %
- Bei ρ = 0,0
- 11,3 %
Was die Zahl nicht sagt
- Korrelationen steigen genau dann, wenn sie sinken sollten. In Paniken verkaufen Anleger alles gleichzeitig. Anlagen, die über Jahre bei 0,3 lagen, springen im Crash auf 0,8. Diversifikation versagt teilweise in genau der Phase, für die man sie gekauft hat.
- Sie misst nicht die Stärke der Ausschläge. Zwei Anlagen können perfekt korreliert sein, während die eine dreimal so stark schwankt. Wie kräftig eine Bewegung durchschlägt, misst Beta.
- Ein einzelner Wert verdeckt die Struktur. Eine durchschnittliche Korrelation von 0,4 kann aus lauter Paaren um 0,4 bestehen oder aus einem eng verbundenen Block und einigen Außenseitern. Nur die Matrix zeigt, welches der beiden Bilder stimmt.
- Sie ist kein Ersatz für Gewichtung. Niedrige Korrelationen nützen wenig, wenn eine Position 60 % des Depots ausmacht. Streuung braucht beides: unterschiedliche Bewegungen und verteilte Gewichte.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Die Korrelation zum Benchmark steht im Detailbereich von Performance & Risiko, zusammen mit R². Die Korrelationen der Positionen untereinander fließen in die Optimierung und in den Stress-Test ein.
Datenbasis: tägliche Renditen von Portfolio und Benchmark im gemeinsamen Zeitfenster.
Demo-Depot ansehenHäufige Fragen
Wie viele Positionen braucht ein gestreutes Depot?
Die Zahl ist die falsche Frage. Ein einzelner Welt-ETF streut breiter als dreißig deutsche Einzelaktien. Entscheidend ist, wie unterschiedlich die Bestandteile auf dieselben Ereignisse reagieren, nicht wie viele Zeilen die Liste hat.
Was bedeutet eine negative Korrelation?
Dass sich die beiden Anlagen tendenziell gegenläufig bewegen. Anleihen guter Bonität hatten diese Eigenschaft gegenüber Aktien lange, im Zinsschock 2022 jedoch nicht: Beide fielen gleichzeitig.
Korrelation oder Beta, was brauche ich?
Korrelation beantwortet, ob sich zwei Dinge in dieselbe Richtung bewegen. Beta beantwortet, wie stark. Für Diversifikationsfragen ist die Korrelation die passende Zahl, für die Frage nach der Marktempfindlichkeit das Beta.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08