Benchmark & Faktoren

Alpha

Alpha ist der Teil der Rendite, den die Marktbewegung nicht erklärt. Positiv heißt, das Depot lag über dem, was sein Beta erwarten ließ. Bei den meisten Portfolios liegt Alpha nahe null, und über kurze Zeiträume ist es kaum von Zufall zu unterscheiden.

Wie groß ist dein unerklärter Anteil?0,4% p. a.
Deutlich zurückgeblieben
Das Depot lag spürbar unter dem, was seine Marktempfindlichkeit erwarten ließ. Häufige Ursachen sind Handelskosten, Fremdwährungseffekte oder ein unpassender Vergleichsindex.
Praktisch null
Hier landet die große Mehrheit der Portfolios. Die Rendite erklärt sich fast vollständig aus dem Markt, und das ist bei breit gestreuten Depots der erwartbare Befund.
Leicht positiv
Ein kleiner unerklärter Überschuss. Prüfe den t-Wert: Erst ab einem Betrag von etwa 2 gilt der Wert als statistisch belastbar.
Auffällig hoch
Über lange Zeiträume selten. Meist steckt dahinter ein Faktor, den das Modell nicht kennt, etwa Gold oder Krypto. Ein Faktormodell mit diesen Bausteinen lässt das Alpha oft schrumpfen.

So wird gerechnet

α = R[Portfolio] − ( R[risikofrei] + β × ( R[Benchmark] − R[risikofrei] ) )

Ein Depot mit Beta 0,9 erzielt 9,0 % pro Jahr. Der Index liefert 8,0 %, der risikofreie Satz 2,0 %. Erwartbar wären damit 7,4 %. Die Mehrrendite von 1,0 Prozentpunkten gegenüber dem Index ist nicht das Alpha.

Rendite Depot
9,0 %
Erwartet bei β 0,9
7,4 %
Mehrrendite ggü. Index
1,0 pp
Alpha
1,6 % p. a.

Was die Zahl nicht sagt

  • Ein Alpha ohne t-Wert ist eine Behauptung. Der t-Wert sagt, ob sich das Ergebnis von Zufall unterscheidet. Erst ab einem Betrag von etwa 2 gilt es als signifikant. Bei weniger als drei Jahren Historie erreichen das die wenigsten Depots.
  • Es hängt vollständig am Modell. Gegen einen einzelnen Index gemessen erscheint jede Gold- oder Krypto-Position als Alpha. In einem Faktormodell, das diese Bausteine kennt, verschwindet derselbe Überschuss oft fast vollständig.
  • Der Vergleichsindex entscheidet mit. Wer ein Technologiedepot gegen den MSCI World misst, bekommt in guten Jahren ein hohes Alpha und in schlechten ein tief negatives. Beides beschreibt die Branchenwahl, nicht das Können.
  • Kosten sind oft der eigentliche Effekt. Handelsgebühren, Spreads und Fondskosten drücken das Alpha zuverlässig ins Minus. Ein leicht negativer Wert ist bei aktivem Handel eher die Regel als eine Auffälligkeit.

Verwandte Kennzahlen

So rechnet Evergrova

Performance & Risiko zeigt das Alpha gegen den gewählten Index, zusammen mit Tracking Error und Information Ratio. Die Faktor-Regression prüft dieselbe Frage strenger, gegen Markt, Size, Value, Momentum, Quality, Gold, Krypto und Anleihen, und weist den t-Wert aus.

Berechnung: annualisierte Rendite abzüglich der über Beta erklärten Marktrendite; in der Faktor-Regression zusätzlich um bekannte Faktorprämien bereinigt.

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Häufige Fragen

Ist Alpha dasselbe wie Mehrrendite?

Nein. Mehrrendite ist schlicht die Differenz zum Index. Alpha zieht zusätzlich ab, was allein aus der Marktempfindlichkeit folgt. Ein Depot mit Beta 1,3 muss den Index deutlich schlagen, um überhaupt ein Alpha von null zu erreichen.

Warum ist mein Alpha negativ, obwohl ich im Plus bin?

Weil Alpha relativ misst. Ein Gewinn von 6 % bei einem Index mit 10 % und passendem Beta ergibt ein negatives Alpha. Die Zahl beantwortet nicht, ob du verdient hast, sondern ob mehr zu erwarten gewesen wäre.

Was ist der Unterschied zwischen Jensen-Alpha und Faktor-Alpha?

Jensen-Alpha misst gegen einen einzigen Marktindex. Faktor-Alpha misst gegen mehrere bekannte Muster gleichzeitig und ist deshalb strenger. Was gegen einen Index wie Können aussieht, entpuppt sich im Faktormodell oft als Size- oder Value-Neigung.

Zuletzt geprüft: 2026-08-08

Dieser Text dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung dar. Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Entwicklungen zu.