Sortino Ratio
Die Sortino Ratio misst, wie viel Rendite ein Portfolio je Einheit Abwärts-Schwankung erwirtschaftet hat. Anders als die Sharpe Ratio zählt sie nur Verlust-Schwankungen und lässt starke Gewinnsprünge außen vor. Werte über 1 gelten als gut. Sie liegt fast immer über der Sharpe Ratio desselben Portfolios.
- Unter null
- Die Rendite blieb unter dem risikofreien Zins. Da nur Abwärts-Schwankungen im Nenner stehen, tritt das seltener auf als bei der Sharpe Ratio.
- Unauffällig
- Die Mehrrendite entschädigt für das Verlustrisiko, ohne herauszuragen. Der übliche Bereich für breit gestreute Depots.
- Gilt als gut
- Das Portfolio hat spürbar mehr verdient, als es an Abwärtsbewegung ausgehalten hat.
- Auffällig hoch
- Prüfe zuerst die Länge der Historie. Über kurze Zeiträume ohne echten Rücksetzer wird der Nenner sehr klein, und die Kennzahl schießt nach oben.
So wird gerechnet
Sortino = ( R[Portfolio] − R[risikofrei] ) / σ[abwärts]
Dasselbe Depot wie im Sharpe-Beispiel: 7,2 % Rendite pro Jahr, 2,4 % risikofrei. Die gesamte Volatilität lag bei 12,8 %, die reine Abwärts-Schwankung aber nur bei 8,7 %.
- Rendite p. a.
- 7,2 %
- Risikofrei
- 2,4 %
- Abwärts-Vola
- 8,7 %
- Sortino
- 0,55
Was die Zahl nicht sagt
- Sie braucht mehr Daten als die Sharpe Ratio. Nur die Verlusttage fließen in den Nenner ein. In einem ruhigen Jahr bleiben davon so wenige übrig, dass der Wert stark vom Zufall abhängt.
- Sie sagt nichts über die Tiefe eines einzelnen Einbruchs. Viele kleine Verlusttage und ein einziger Absturz können dieselbe Abwärts-Volatilität ergeben. Wie weh es tatsächlich tat, zeigt erst der Maximum Drawdown.
- Die Bezugsschwelle ist nicht einheitlich. Manche Anbieter messen die Abwärts-Schwankung gegen null, andere gegen den risikofreien Zins. Werte verschiedener Quellen sind deshalb nicht immer vergleichbar.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Sortino steht auf der Seite Performance & Risiko direkt neben der Sharpe Ratio, damit der Abstand zwischen beiden sofort sichtbar ist.
Datenbasis: tägliche Renditen im gewählten Zeitfenster; risikofreier Satz = kurzfristiger Geldmarktzins.
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Warum ist meine Sortino Ratio höher als die Sharpe Ratio?
Weil im Nenner nur die Abwärts-Schwankung steht, und die ist kleiner als die Gesamtschwankung. Ein deutlicher Abstand bedeutet, dass ein spürbarer Teil der Bewegung nach oben ging.
Was ist eine gute Sortino Ratio?
Über 1 gilt als gut. Weil der Nenner kleiner ist, liegt die Schwelle faktisch strenger als bei Sharpe: Ein Depot mit Sharpe 1,0 erreicht oft Sortino 1,3 bis 1,6.
Ersetzt Sortino die Sharpe Ratio?
Nein. Sharpe ist die verbreitetere Zahl und deshalb besser vergleichbar. Sortino ergänzt sie um die Frage, ob die Schwankung überhaupt in die unangenehme Richtung ging.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08