Stress-Test
Ein Stress-Test rechnet echte Krisenfenster auf die heutigen Depotgewichte. Er beantwortet, was mit deinem Portfolio in seiner jetzigen Zusammensetzung passiert wäre, wenn es die Finanzkrise oder den COVID-Crash durchlebt hätte. Eine Rückrechnung, keine Prognose.
- Anfällig
- In den getesteten Krisen fiel das Depot tief und erholte sich langsam. Häufig ein Zeichen von Konzentration auf wenige Positionen oder eine einzelne Branche.
- Durchschnittlich
- Das Depot verhielt sich in Krisen ungefähr wie ein breiter Aktienmarkt: deutliche Rücksetzer, danach Erholung über mehrere Jahre.
- Solide
- Spürbar geringere Einbrüche als der breite Markt. Typisch für Depots mit Anleihen, Gold oder defensiven Branchen als Gegengewicht.
- Widerstandsfähig
- Kleine Verluste und schnelle Erholung in den getesteten Fenstern. Prüfe, ob dafür langfristig Renditeerwartung geopfert wurde.
So wird gerechnet
Szenario-Ergebnis = Σ ( Gewicht[Position] × Rendite[Position, Krisenfenster] )
Getestet werden reale Zeiträume mit den tatsächlichen Kursen der eigenen Positionen. Fehlt eine Position im Fenster, wird ihr Gewicht offen ausgewiesen statt stillschweigend auf null gesetzt.
- Finanzkrise
- Sep 08 bis Mär 09
- EU-Schuldenkrise
- Jul bis Okt 11
- COVID-Crash
- Feb bis Mär 20
- Zinsschock
- Jan bis Okt 22
Was die Zahl nicht sagt
- Fehlende Historie verzerrt nach oben. Ein 2021 aufgelegter ETF hat keine Kurse aus 2008. Deckt ein Szenario nur 60 % deiner Gewichte ab, beschreibt das Ergebnis auch nur diese 60 %. Achte immer auf die ausgewiesene Abdeckung.
- Die nächste Krise ist keine der vier. Jedes Fenster hat seinen eigenen Auslöser: Kreditausfälle, Staatsschulden, eine Pandemie, ein Zinsschock. Ein Depot, das alle vier gut übersteht, ist gegen einen fünften, unbekannten Mechanismus nicht immun.
- Heutige Gewichte, damalige Kurse. Die Rechnung unterstellt, dass du das heutige Depot damals schon gehalten hättest und nicht verkauft hättest. Beides ist eine Annahme, keine Beobachtung.
- Ein positives Ergebnis ist kein Versprechen. Kommt ein Depot aus einem Krisenfenster im Plus heraus, lag das an der Zusammensetzung genau dieses Fensters. Für die nächste Krise folgt daraus nichts.
Verwandte Kennzahlen
So rechnet Evergrova
Die Stress-Test-Seite zeigt alle vier historischen Szenarien mit Drawdown-Verlauf, Beiträgen je Position und Klasse sowie der Abdeckung. Ein Faktor-Schock erlaubt zusätzlich frei einstellbare hypothetische Bewegungen.
Datenbasis: reale Krisenfenster-Renditen, angewandt auf die heutigen Gewichte; Positionen ohne Historie im Fenster werden transparent ausgewiesen.
Demo-Depot ansehenHäufige Fragen
Was ist ein guter Resilienz-Score?
Über 70 gilt als widerstandsfähig, unter 40 als anfällig. Ein hoher Wert ist aber kein Ziel an sich: Er wird meist mit einem defensiveren Depot erkauft, das langfristig weniger Rendite erwarten lässt.
Warum steht bei einem Szenario „Keine Daten"?
Weil keine deiner Positionen Kurse in diesem Zeitfenster hat. Das ist ein ehrlicher Leerzustand und kein Ergebnis von 0 %. Ein Depot aus jungen ETFs kann die Finanzkrise schlicht nicht durchspielen.
Stress-Test oder Maximum Drawdown?
Der Maximum Drawdown zeigt, was dein Depot tatsächlich erlebt hat. Der Stress-Test zeigt, was es erlebt hätte. Für junge Depots ohne Krise in der eigenen Historie ist der Stress-Test die aussagekräftigere Zahl.
Zuletzt geprüft: 2026-08-08